
ERZIEHUNGSBERATER ZU „KINDERPERSPEKTIVEN“
Zum Thema „Kinder-Perspektiven“ hat vom 24. – 26. September 2009 die Wissenschaftliche Jahrestagung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Marburg stattgefunden. Sie war vom Hessischen Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit, Jürgen Banzer, persönlich miteröffnet worden.
von li. nach re.: Jürgen Banzer (Hessischer Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit), Ulrich Gerth (Vorsitzender der bke), Sabine Scherer (HMfAFG), Egon Vaupel (Oberbürgermeister der Universitätsstadt Marburg),Klaus Menne (Geschäftsführer der bke), Ministerialrat Prof. Reinhard Wiesner (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Ca. 400 Fachkräfte aus Deutschland beschäftigten sich in Vorträgen und Workshops mit interdisziplinären Forschungsergebnissen aus Entwicklungspsychologie, Hirnforschung und Erziehungswissenschaften mit dem Ziel, praktische Erkenntnisse für die Gestaltung der Entwicklungsbedingungen für Kinder durch Eltern sowie Fachleute aus Jugendhilfe und Politik zu gewinnen.
Die finanzielle und fachliche Ausstattung der ca. 63 hessischen Erziehungs- und Familienberatungsstellen ist in Hessen seit 2004 eine rein kommunale Angelegenheit.
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„Gleichwohl hat das Land ein hohes Interesse an kompetenten und erfolgreich arbeitenden Familienberatungsstellen. Es wird deshalb zu prüfen sein, wie diese wichtige und immer mehr nachgefragte Leistung der Beratungsstellen wirksam untersützt werden kann“, sagte der Minister. |
Erörtert wurden u. a. die Bindungsbedürfnisse kleiner Kinder und die Voraussetzungen gelingender Krippenerziehung. Namhafte Experten und Fachverbände fordern hierfür einen Betreuungsschlüssel von 1:4, um sichere Eltern-Kind-Bindungen zu fördern und Trennungsangst entwicklungsförderlich zu bewältigen.
Die Fachtagung beschäftigte sich außerdem mit den Veränderungen im Erleben von Kindheit und ihrer Konflikte vor dem Hintergrund gesellschaftlichen Wandels und weitgehender Umstrukturierung traditioneller Erziehungsprinzipien.
Ein häufiges Thema im Alltag von Erziehungsberatung ist inzwischen Erziehungsunsicherheit. Zu dieser verbreiteten Zurückhaltung in Erziehungsfragen tragen auch Medien und simplifizierende Darstellungen der Ratgeberliteratur bei. Dagegen kann nüchtern festgestellt werden:
Es ist wissenschaftlich hinreichend belegt, dass für eine gute kindliche Entwicklung Erwachsene notwendig sind, die sich Halt gebend und Richtung weisend zur Verfügung stellen. Sie sollten Kindern sowohl ihre Bedürfnisse nach liebevoller Beziehung und akzeptierender Unterstützung erfüllen als auch Forderungen stellen, die ihre Entwicklung voranbringen und klare Grenzen für unerwünschtes Verhalten setzen.
Eine derart liebevoll-konsequente Begleitung von Kindern und Jugendlichen zielt auf „Eigenverantwortlichkeit“ und „Gemeinschaftsfähigkeit“. Dabei sollen Väter und Mütter Konflikte mit Heranwachsenden nicht scheuen, jedoch konstruktiv austragen.
Starke Kinder brauchen starke Eltern. Der Fachverband für Erziehungsberatung reflektiert die Entwicklungsbedürfnisse von Heranwachsenden. Er zielt auch darauf hin, die hierfür notwendigen Kompetenzen der Erziehungsberatung bereitzustellen.
Groß-Gerau, September 2009
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Bilder vom Tagungsfest - "Hessen rockt!":